Daniel King als Kind
Für die Schachbegeisterten nahm der Schachgroßmeister Daniel King schon viele Sendungen im englischen und amerikanischen Fernsehen auf. Vor Kurzem befand er sich bei Chessbase in Hamburg und nahm dort weitere Aufnahmen für seine Power-Play-Serie auf. Dieses Mal beschäftigte er sich mit dem besonderen Igelaufbau von Bauern und Figuren. Ähnlich wie seine Lieblingseröffnung, die Najdorf-Variante in der Sizilianischen Verteidigung, ist das eine dynamische und energiegeladene Eröffnung. „Manchmal lässt ein Bauernvorstoß die Stellung einfach explodieren,“ so der erfahrene Schachspieler. Im Hambug stand Daniel King der Fritz&Fertig-Redaktion Rede und Antwort, wie er als Kind zum Schach gekommen ist.
King lernte im Alter von fünf Jahren gemeinsam mit seinem Bruder das Schachspielen. „ Es war eher zufällig, dass ich das Schachspielen lernte. Mit fünf Jahren hat man keine Ahnung von nichts. Ich beobachtete meine Eltern beim Spielen, sie saßen am Brett und überlegten. Die Figuren hatten mich so sehr fasziniert, ich fand sie sehr mysteriös. Da brachte mein Vater uns das Schachspielen bei. Mein Bruder und ich spielten sehr viel gegeneinander, denn jeder wollte besser als der andere sein.”
Heute ist die Zeit des Schachgroßmeisters aufgrund seiner Familie sehr eingeschränkt und deswegen kann er nicht mehr an so vielen Schachturnieren teilnehmen. Nicht desto trotz erzählt er, was er so fasziniert an dem königlichen Spiel findet, denn seit 40 Jahren hat er die Lust und Leidenschaft an dem Spiel nicht verloren. „Es sind die Figuren, die mich so faszinierten, sie schauten sehr komisch aus und hatten so etwas mysteriöses an sich.“ Obwohl der britische Schachspieler die Figuren mysteriös findet, hat er keine wirkliche Lieblingsfigur. Für ihn sind alle Figuren wichtig und es liegt an der Stellung, welche Figur gerade wichtig ist. „Dennoch finde ich den Springer sehr stark“, erwähnt der Großmeister, „die Springer können immer so viele Felder beherrschen und dem Gegner es sehr schwer machen“. Interessant ist auch das Hobby, dass King neben dem Schachspielen genauso so fasziniert findet und pflegt. Er spielt in drei verschiedenen Bands Instrumente. Zum Beispiel spielt er Kontrabass und E-Gitarre. Er selber gibt zu, dass er zwar nicht so talentiert ist, aber ihm das Musizieren unheimlich viel Spaß macht. Genauso viel Spaß bereitet ihm das Nachspielen von Partien. „Ich spiele viele Partien nach und finde dann immer viele interessante Ideen, die man spielen kann. Dieses Nachspielen der Partien inspiriert mich und gleichzeitig bin ich von den Ideen der Spieler sehr begeistert. Auf diese Weiße halte ich mich auch für das Schachspielen fit.” Wie jeder Schachspieler hat auch der erfahrene Großmeister aus Groß Britannien
Schach spielende Vorbilder. Unter anderem sind das Michail Tal und Viktor Kortschnoi. “1978 spielte Kortschnoi um den Weltmeistertitel gegen Anatoli Karpov. Er verlor zwar, aber es war knapp”, erinnert sich King. Besonders angetan hat es ihm seine kämpferische Spielweiße.
Des Weiteren hält er Vladimir Kramnik für einen beeindruckenden Spieler. “Er ist ein Positionsspieler. Er spielt nicht sehr spektakulär, aber er versucht immer die Wahrheit in der Stellung zu finden, kräftig und gesund spielt er”, sagt King, der sehr gut Deutsch spricht. Er spielte jahrelang in der Schachbundesliga und somit hielt es für einen Vorteil, die deutsche Sprache zu lernen und außerdem findet er Sprachen sehr interessant.
Der Fritz&Fertig-Redaktion hat es sehr viel Freude bereitet, ein Interview mit
Großmeister Daniel King führen zu können. Das ganze Interview
könnt ihr hier sehen.
Satenik
Grigorian
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King im Fernsehstudio von Chessbase